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KiTS

Gruppenangebot für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien

 

KONZEPT:

KiTS ist ein sozialpädagogisches Gruppenangebot für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien. In einer Gruppe von 5 bis 7 Betroffenen soll KiTS den Kindern helfen, mit dieser neuen Situation leben und umgehen zu lernen.

Was ist mit Kindern, die nicht in eine bestehende Gruppe passen?

Einzelne Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen (noch) nicht in eine Gruppe einzubeziehen sind, werden entweder allein – ohne ihre Angehörigen – oder im Rahmen von Familiengesprächen betreut.

Wie können wir Eltern in dieser Situation unterstützen?

Parallel zur Gruppen- oder Einzelbetreuung der Kinder erfolgt – auf Wunsch der Erwachsenen – eine begleitende Elternberatung unterschiedlicher Häufigkeit. Auch die Teilnahme an einer Gruppe von Eltern mit ähnlichen Problemen kann helfen. Der andere Elternteil wird in der Regel nur dann einbezogen, wenn beide es wünschen. In keinem Fall soll hier eine zusätzliche Konfliktsituation für das Kind entstehen. Je nach Art der Problematik vermitteln wir weitere professionelle Hilfen für Kind und/oder Eltern.

 

ZIELE:

 

WER - WIE - WAS:

Wer kann an KiTS teilnehmen?

Mädchen und Jungen im Alter von 7 – 13 Jahren, deren Eltern sich getrennt haben oder schon geschieden sind. Die Teilnahme ist kostenlos, setzt aber die Bereitschaft und Fähigkeit voraus, sich in die Gruppe zu integrieren.

Wann trifft sich KiTS?

Über einen Zeitraum von ca. 12 Wochen, einmal wöchentlich für 90 Minuten. Nach dem ersten Treffen entscheidet jedes Kind, ob es weiterhin kommen wird. 

Wie können sich die Eltern einbringen?

Die Teilnahme an der Gruppe setzt ein persönliches Vorgespräch mit zumindest einem Elternteil voraus. Darüber hinaus sind die Eltern(teile) zu regelmäßigen Elterntreffen eingeladen.

 

SO FINDEN SIE UNS:

 

Dudweiler Landstraße 87 a

66123 Saarbrücken

 

Anfahrt mit Bus:

Saartallinien 103/104, Haltestelle Verladebahnhof.

Anfahrt mit dem PKW:

Einfahrt direkt beim "das Futterhaus" Markt nehmen, gegenüber dem BAUHAUS. Die Parkmöglichkeiten befinden sich im Hof.


 

WohnortnaheGruppe:

Sollten sich mehrere Kinder in der Nähe Ihres Wohnortes anmelden, versuchen wir dort eine Gruppe anzubieten.

 

KONTAKT:

 

Birgit Pohl-Jasper (Hauptamtliche, sozialpädagogische Mitarbeiterin des Kinderschutzbund-Landesverbandes)

Telefon: 0681 – 9408620

Mobil:     0151-10137711

Email:      dksbKiTS@arcor.de

 

Sprechzeiten :

Montag 10.00 Uhr - 12.00 Uhr

               14.00 Uhr - 16.00 Uhr  und nach Vereinbarung

 


Dieses Projekt wurde in der Projektphase bis 2010 maßgeblich gefördert von “Aktion Mensch“, öffentlichen Geldern und privaten Spenden.

Im Jahre 2011 bringt das Jugendamt des Regionalverbandes Saarbrücken einen Großteil der Kosten auf. Die GlücksSpirale trägt etwa 20 % der Kosten, den Rest von ca. 15 % muss der Landesverband selbst durch Spendengelder sichern.

Sie können uns dabei unterstützen:

Spendenkonto des Landesverbands Saarland e. V. im Deutschen Kinderschutzbund für das Projekt „Kinder in Trennung und Scheidung“ (KiTS):

Kontonummer 1011068887 KSK Saarpfalz BLZ 59450010

 


Darstellung der gesamten bisherigen Arbeit mit Kindern/Familien in Trennung und Scheidung im Regionalverband Saarbrücken  von Anfang 2006 bis Ende 2010

 

1. Daten der Familien:

Insgesamt kümmerten wir uns in der fünfjährigen Projektzeit um 160 Kinder aus rund einhundert Familien in Trennung und Scheidung. Dabei stieg die Anzahl der Anfragen und der betreuten Minderjährigen von Jahr zu Jahr kontinuierlich an.

 

Die Hälfte der Familien fand als Selbstmelder den Weg zu uns.

Die andere Hälfte wurde vom Jugendamt geschickt (in 2010 ein Drittel aller Anfragen) sowie von anderen sozialpädagogischen Fachleuten (z.B. Schoolworker) bzw. Therapeuten (Ärzten, Psychologen), befand sich also bereits in Beratung, Betreuung oder Therapie. Insbesondere hat die Zahl der Familien, die über das Jugendamt zu uns kamen, sehr stark zugenommen; damit einher gehend beobachteten wir einen deutlichen Anstieg der Kinder mit erheblichen Verhaltensschwierigkeiten, so dass manche dieser Kinder kaum in die Gruppenabläufe zu integrieren waren. 

 

 

v     Knapp  60 %  der Familien wohnen in der Stadt Saarbrücken,  die übrigen in den Umlandgemeinden des Regionalverbandes.

v     Bei  rund 20 %  der Familien ist ein Migrationshintergrund gegeben.

v     In mehr als 60 % der Familien sind beide Elternteile berufstätig, in rund 30 % nur ein Elterteil.

v     Neben den 10 % Arbeitslosen sind weitere 10 % von Armut betroffen.

v     Mehr als 20 % der Familien leiden unter besonderen körperlichen oder psychischen Krankheiten bzw. Behinderungen.

v     Bei etwa 15 % liegt  eine Alkohol- oder Drogenproblematik vor.  

v     Bei mehr 30 % der Familien gab oder gibt es psychische oder körperliche Gewaltanwendung.

v     20 % befinden sich in der Trennungsphase,  rund 30 % in der Scheidungsphase, knapp 50 %  sind geschieden.

v     Bei  gut 80 % der Familien leben die Kinder mit der Mutter zusammen.

v     Mehr als die Hälfte aller Kinder sind 6 bis 9 Jahre alt, ein Drittel 10 bis 13 Jahre.  60 % sind Jungen. 

v     Weit mehr als  50 % der Kinder weisen deutliche psychische Belastungen und Verhaltensschwierigkeiten wegen der familiären Situation auf.

 

 

2.  Daten zu unserer Arbeit:

§        Bei etwa 45 % der Familien arbeiten beide Elternteile mit uns mit. 

§        Mehr als 80 %  der Familien werden von uns länger betreut; etwa 20 % der Familien vermitteln wir an andere Fachkräfte weiter.

§        76 Kinder nahmen an insgesamt 11  KiTS-Gruppen teil, die in der Regel etwa 14 Sitzungen in wöchentlichem Rhythmus umfassten. Insgesamt gab es bisher 156 Gruppensitzungen.

§        Daneben fanden 175 Einzelsitzungen mit Kindern statt sowie 24 Familiengespräche mit Erwachsenen und Kindern gemeinsam.

§        Etwa 35 % der Eltern nahmen an den angebotenen Elterngruppenterminen teil, welche in der Regel aus etwa vier TeilnehmerInnen bestanden und meist drei bis vier Sitzungen umfassten.

§        Mit den Eltern gab es 298 längere Einzelgespräche.

§        Hinzu kamen sehr viele Telefongespräche mit den Hilfesuchenden und zahlreiche persönliche, telefonische oder schriftliche Kontakte mit überweisenden Personen oder Einrichtungen.

§        So kommen - bei 17,21 Wochenstunden für KiTS und Mediothek zusammen -  jährlich mehr als  500 Fachkraftstunden unmittelbar den Familien zugute, ohne alle sonstigen Zeitaufwendungen.

 

3.  Inhaltliche Ausführungen zu unserer Arbeit mit Familien in Trennung und Scheidung

Unsere Fachkraft Birgit Pohl-Jasper arbeitet in den KiTS-Gruppen in Anlehnung an die bewährten Gruppen-interventionsprogramme für Kinder in Trennung und Scheidung von Prof. W. Fthenakis (1995) und Wolfgang Jaede (1994 und 1996).

 In der Eingangsrunde haben die Kinder die Möglichkeit, wichtige Dinge der letzten Woche mitzuteilen, negative Emotionen im Spiel auszuagieren und in der Gruppe als Solidargemeinschaft innerlich anzu-kommen. Zur Bearbeitung des jeweiligen Sitzungsthemas werden Filmmaterial, scheidungsrelevante Geschichten,  Kartenmaterial, Bilder, Rollenspiele u. ä. eingesetzt.

Befindlichkeitskärtchen, Stabpuppen, gemeinsame Gestaltungen von Bildern, Wandzeitungen, persönliche „Tresore “ für  die individuelle Mappe und alle eigenen Geheimnisse bieten zusätzliche Impulse, sich den schwierigen Themen zu nähern. Mit einer Abschlussrunde endet jedes Treffen.  Alle Übungen erfolgen in kindgerechter, spielerischer Form. Bewegungs- und Gruppenspiele sowie Entspannungssequenzen einschließlich genügend Pausen gehören zu jeder Sitzung.

 

Bei den Eltern ist meist ein sehr großer eigener Leidensdruck wegen der aktuellen, konfliktgeladenen Situation festzustellen. Daher ist es hier sehr wichtig, die Balance zwischen ihrem Blick auf die eigene Befindlichkeit und auf die Gefühle und Erwartungen des Kindes zu halten oder herzustellen.

Bei den Kindern wie bei den Eltern, die an den Gruppen teilnehmen, entwickeln sich oft vielfältige Be-ziehungen untereinander, die manchmal in gegenseitige Besuche und gemeinsame Aktivitäten münden.

 

Hilfreich ist bei den Kindern wie den Erwachsenen der gezielte Einsatz von jeweils passendem Film-material aus unserer Mediothek. Oft werden dadurch tiefer gehende Emotionen angesprochen, als es mit Worten möglich wäre. Durch die plastische Verdeutlichung anderer Rollen, anderer Wahrnehmungen gelingt es manchmal, aus dem eigenen verengten Blickwinkel heraus zu kommen, die eigenen Trennungs- und Scheidungsvorgänge sozusagen von einer Art Metaebene her zu sehen.

 

Ein Teil unserer Eltern sind zu den hoch zerstrittenen zu rechnen. In der Fachliteratur wird darauf hin- gewiesen, dass die Folgen einer konfliktreichen Trennung/Scheidung umso gravierender sind, je länger die Konflikte ungelöst fortbestehen und dass insbesondere Kinder mit der Erfahrung von Gewalt zwischen den Eltern bei Trennung/Scheidung verstärkt Persönlichkeits- und Verhaltens-probleme entwickeln. Da beide Faktoren in erheblichem Umfang auf die Gruppe der von uns betreuten Familien zutreffen, ist es verständlich, dass über die Hälfte der betroffenen Kinder als psychisch labil und verhaltensschwierig wahrgenommen werden.  Oft liegen emotional bedingte Leistungsstörungen vor. (Während sich viele gute Schüler in Scheidungssituationen noch mehr in Schule vergraben, quasi als Flucht nach vorne,  führen schwierige Trennungen bei schwachen Kindern zur Zunahme von Leistungsversagen und Schulproblemen!)

 

4.  Ansätze zur Qualitätssicherung der Ergebnisse, mit Beratung des Saarbrücker Institutes für Sozialforschung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung (ISPO):

Als Fazit der formulierten Ziele und der Überprüfung der Zielerreichung lässt sich festhalten:

Vor allem die Kinder, die an Gruppen teilgenommen haben, machten deutliche Fortschritte bezüglich:

o      Reflexion und realistischere Neubewertung ihrer familiären Situation

o      Ausdruck und Bearbeitung ihrer (negativen) Gefühle

o      Klärung von Wunschvorstellung und realen Zukunftsperspektiven

o      Selbstbewusstere, offenere Kommunikation mit beiden Elternseiten

o      Wahrnehmung der eigenen Ressourcen und der Chancen der veränderten Situation.

 

- Die Väter erleben zwar in zufrieden stellendem Maße ihr Verhältnis zu den Kindern verbessert, fühlen sich durch das Projekt aber nur zu 60 %  in ihrer schwierigen Lebenssituation entlastet.

- Bei den Müttern erzielt das Projekt in beiden Aspekten zufrieden stellende Wirkungen.

- Der Umgang zwischen den Eltern hat sich durch unsere Arbeit bei etwa jeder zweiten Familie  entspannt.

 

 

 

Spendenkonto des Landesverbands Saarland e. V. im Deutschen Kinderschutzbund für das Projekt „Kinder in Trennung und Scheidung“ (KiTS):

Kreissparkasse Saarpfalz, BLZ  594 500 10, Nr. 101106 88 87

 

Adresse: Dudweiler Landstr. 87 a  66123 Saarbrücken

Ansprechpartnerin:  Birgit Pohl-Jasper, Tel.  0681 940 86 20  oder:  Klaus Ollinger   06806 48 06 68




Kurze Stellungnahme der fachlichen Evaluationsberatung durch iSPO

 

   KiTS ist im Zusammenhang eines umfassenden Präventionsansatzes zu sehen, der zum Ziel hat, die negativen Folgen belastender Lebensumstände für Kinder, ihre Familien und die Gesellschaft zu verhindern oder zumindest abzumildern.

·     Unstrittig stellen Trennungs- und Scheidungssituationen für Kinder eine häufig als traumatisch erlebte, krisenhafte Lebenssituation dar. Sie geht einher mit einer starken emotionalen und/oder kognitiven Belastung. Aus zahlreichen Studien sind die möglichen – häufig gravierenden – Folgen für Kinder belegt: So zeigte eine Studie von Hetherington (1993), dass 26% aller Mädchen und 34 % aller Jungen in Scheidungsfamilien von so ernsthaften Problemen (z.B. schulische Probleme, auffälliges Sozialverhalten, negatives Selbstbild, Loyalitätskonflikte, u.a.) betroffen waren, dass sie im allgemeinen professionelle Unterstützung brauchten. (im Vergleich: für Kinder aus intakten Familien lagen diese Werte deutlich niedriger mit jeweils ca. 10%). Desweiteren konnten spezifische Risikofaktoren ausgemacht werden, die es Kindern besonders schwer machen, sich an die neue Lebenssituation anzupassen. Diese sind: Verlust eines Elternteils, wirtschaftlicher Abstieg, teilweise umfassende und belastende Veränderungen in den allgemeinen Lebensumständen (ggf. Wohnungs- und Schulwechsel, Wegfall eines Teils der Verwandschaft/des Freundeskreises, etc. ), Schwierigkeiten der Eltern/mangelnde Kompetenzen, sich an die neue Lebenssituation anzupassen, Ausmaß und Häufigkeit der Einbeziehung in die Konflikte zwischen den Elternteilen (Amato (1993), Kelly und Emery (2003)).[1]

·     Diese wie auch zahlreiche andere Untersuchungen zeigen, dass Kinder in Trennungs- und Scheidungssituationen, die mit ihrer Problematik allein gelassen werden, häufig zu “Fällen” für professionelle Hilfen z.B. durch Jugendhilfe oder Therapeuten werden.

·     Der Ansatz von KiTS ist es, in solchen Situationen frühzeitig präventiv tätig zu werden, um möglichst zu verhindern, dass die Kinder in diesem Sinne zu „Fällen“ werden. KiTS stellt somit eine wichtige Ressource im Rahmen eines umfassenden Netzwerks präventiver Maßnahmen für Kinder und ihre Familien dar, in dem für verschiedene Altersgruppen und für verschiedene Problem- bzw. Bedarfskonstellationen das jeweils passende Hilfeangebot bereitgehalten wird.

·     Dass Prävention in der Kinder- und Jugendhilfe wirkt und sich „auszahlt“ ist ebenfalls vielfach belegt worden.[2]

·     In diesem Zusammenhang ist festzuhalten: KiTS stellt ein spezifisches Angebot im bestehenden Netz präventiver Maßnahmen dar, dessen Leistungen nach unserer Kenntnis fachlich und konzeptionell aktuell von keinem anderen Angebot erfüllt werden.

 

gez. Erik Schäffer, Geschäftsführer

 

 

Kreissparkasse Saarpfalz, BLZ 594 500 10, Nr. 101106 88 87

 

Kreissparkasse Saarpfalz, BLZ 594 500 10, Nr. 101106 88 87