Ziel: Zusätzliche Hilfen bei der Erziehung in Form von kurzen Film-Spots, vergleichbar den früheren TV-Spots zur Verkehrserziehung
Viele Eltern fühlen sich bei der Erziehung ihrer Kinder hilflos, weil Ziele und Wege ungewiss geworden sind, weil Kinder immer mehr mitreden und aushandeln wollen, wie ihre Erziehung aussehen soll und weil Außenfaktoren (Medien, Gleichaltrigengruppe, Drogen u. a.) bedeutsamer geworden sind.
Die angestrebte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist vielfach noch äußerst schwierig und der häufige Zerfall von Familien führt zu ganz unterschiedlichen Familienstrukturen mit neuen Problemen.
Hier bringt sich der Landesverband Saarland e.V. im Deutschen Kinderschutzbund schon lange ein:
- Er setzt seit 10 Jahren den bewährten Erziehungskurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ vielfach um.
- Er hat seit fünf Jahren in drei saarländischen Landkreisen mit Fachkräften und Ehrenamtlichen eine Gehstruktur zur „Unterstützung für Eltern“ (UFER) im Bereich der Frühen Hilfen aufgebaut.
- Für Kinder und Familien in Scheidung hält er seit vielen Jahren mehrere Hilfe-Projekte vor.
- Er stellt seine „Sozialpädagogische Mediothek“ (Filme über Erziehungsthemen u. ä.) - zusammen mit dem Medienladen Saar - vielerlei Zielgruppen (Familien und Fachleuten) zur Verfügung.
- Der Ortsverband Saarbrücken berät mit dem Eltern- und Kindertelefon jährlich unzählige Anrufer/innen.
- Alle Saarländischen Kreis- und Ortsverbände beraten in Erziehungsfragen und organisieren eine große Palette von Erziehungs- und Familienhilfen.
Zusätzlich sind kurze, prägnante Filmbeiträge (Video-Spots) zu Erziehungsthemen wichtig und hilfreich, die über viele Kanäle Eltern und Minderjährige erreichen, insbesondere über das Internet mit seinen Sozialen Netzwerken und über TV-Sender, aber auch über Kino-Werbung, auf U-Bahnhöfen u. ä. - Sie sollen außerdem auf DVDs für Fachleute und Privatleute verfügbar sein und so viele Multiplikatoren finden.
Diese Video-Spots ermöglichen wirkungsvolle Impulse für:
- Reflexion des Erziehungsverhaltens, für Erweiterung/Flexibilisierung der Verhaltensmöglichkeiten
- besseres gegenseitiges Verstehen von Minderjährigen und Erwachsenen
- geeignete Formen der Kommunikation und der Problemlösungen
Typische Abläufe in Familien, bei denen es häufig Stress und Konflikte gibt, werden skizziert und einer möglichen Lösung zugeführt Die Szenen könnten sowohl bei den Problemen der Eltern (Beispiel: Kind benimmt sich unmöglich in der Schule.) als auch bei den Bedrückungen der Minderjährigen (Beispiel: Eltern agieren ihre Beziehungsprobleme vor den Kindern aus.) ihren Ausgang nehmen. Denkbar ist auch, die jeweils gleiche Stress-Situation aus Sicht beider Seiten zu präsentieren, um dadurch die Empathie und partnerschaftliche Sichtweise zu verbessern.
Alle Spots sollen originell, humorvoll, lösungsorientiert, nicht moralisierend sein und Infos zu weiteren Hilfen vermitteln!
Konkrete Umsetzung:
Nach längeren internen Überlegungen und vielen Gesprächen mit professionellen Drehbuchautoren, frei-beruflichen Film-Experten/Filmemachern (Thomas Altmayer und Ralf Deibel), MitarbeiterInnen von TV-Sendern und der Landesmedienanstalt Saar (Frau Bickelmann und Herr Bubel) sowie einer Saarbrücker Werbeagentur, mit unserem Bundesverband und schließlich mit RTL in Köln hat sich folgender Plan für die konkrete Umsetzung herauskristallisiert:
- Zwölf TV-Spots: Erziehung allgemein (bis Ende 2011 bzw. Anfang 2012)
Zwei Arbeitsgruppen von Erziehungs-Fachleuten, überwiegend engagiert im DKSB (AG 1: Yvonne Kuntzler-Stötzer, Stefan Behr, Paul Berthold, Markus Bischof, AG 2: Bärbel Eggenstein, Beatrice Hertrich und Karola Göbel) bereiten zusammen mit dem Projektleiter Klaus Ollinger seit längerem Themen und Inhalte für geeignete Drehbücher vor, die wichtige Erziehungsprinzipien verdeutlichen sollen (wie z. B. gewaltlose Erziehung, Vorbildwirkung der Eltern, gegenseitige Wertschätzung, Ressourcen-Orientierung). Die weitere Bearbeitung einiger Spots hat ein professioneller Drehbuchautor (Erhard Schmied) übernommen.
Neben der Umsetzung als Realfilme werden auch Spots auf der Grundlage von Zeichnungen und Fotos realisiert. Für professionelle Zeichnungen sorgt Bernd Kissel (Zeichner der Serien „SaarlandAlbum“ und „SaarLegenden“ für die Saarbrücker Zeitung).
Als Drehorte stehen Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes sowie Häuser und Freiflächen der Partner-schaftlichen Erziehungshilfe e. V, die abends und an Wochenenden nicht benötigt werden, zur Verfügung.
- Das Landesinstitut für Präventives Handeln, die Hochschule der Bildenden Künste und das Jugendtheater Überzwerg in Saarbrücken sowie die Jugendabteilung des Verbandes Saarländischer Amateurtheater haben uns ihre Hilfe angeboten bzw. kooperieren bereits mit uns. Außerdem wird uns der langjährige Chefkameramann und Regisseur des SR, Klaus Peter Weber, bei Regie und Kameraführung unterstützen.
- Die Platzierung der fertigen Spots in die deutschsprachige Medienlandschaft soll zusammen mit dem Bundesverband des Kinderschutzbundes und einem starken Medienpartner erfolgen. Für ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis und ein nachhaltiges Erreichen unserer Zielgruppen ist eine Zwei-Stufen-Strategie angedacht: Sehr kurze Trailer und andere Werbe-Infos machen in allen relevanten Medien (Print, Radio, TV, Internet und ortsgebundene digitale Werbeträger wie Video-Walls, Wände und Monitore in U-Bahnen und -bahnhöfen u. ä.) auf unsere Spots im Internet aufmerksam, die dort über Facebook, WKW und Youtube platziert und multipliziert werden. Die Video-Spots sollen sowohl für sich schon Hilfe-stellungen und Lösungsideen erbringen als auch auf weiter gehende professionelle Angebote des DKSB (Elternkurse, Kinder- und Elterntelefon, Kinderschutzzentren, Kinderhäuser, Angebote der LV, KV und OV) verweisen.
Zusätzlich zur Kooperation mit dem Bundesverband des Kinderschutzbundes streben wir bei der Vermarktung die Zusammenarbeit mit weiteren Landesverbänden des DKSB an.
Offen ist z. Zt. ob und wie eine Kooperation mit RTL zustande kommt; erste Gesprächeskontakte gab es bereits.
- Für die Erstellung der Videospots und ihre Marktplatzierung kalkulieren wir z. Zt. mit insgesamt rund 60 000 €; zur Finanzierung tragen - neben den Eigenleistungen und bescheidenen Eigenmitteln sowie den o. g. Totomitteln - Gelder verschiedener Stiftungen bei (Deutsche Jugendmarke e.V., Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes, VSE, UNION) und des Familienministeriums Saarbrücken bei.
- Bis 04. September 2011 (Jubiläumsveranstaltung 40 Jahre DKSB LV Saarland) soll mindestens die Hälfte der Spots fertig sein, um dann in einer größeren Veranstaltung mit Frau Kramp-Karrenbauer als Schirmherrin der Fachöffentlichkeit präsentiert zu werden.
Nähere Informationen: Klaus Ollinger (Projektleiter): Tel. (06806) 480668, Ollingerkl@aol.com